Aller Anfang ist eigentlich ganz einfach. Segelfliegen kann man schon in jungen Jahren lernen, viel früher als Autofahren. Bis man das erste Mal ein Flugzeug alleine steuern darf, muss man 14 Jahre alt sein, die Lizenz darf man dann mit 16 Jahren erwerben. Voraussetzung ist, daß man im großen Ganzen gesund ist. Dies wird durch einen Fliegerarzt festgestellt. Er stellt ein Tauglichkeitszeugnis aus. Dies muss spätestens vorliegen, wenn der erste Alleinflug ansteht.

Und wie läuft nun die Ausbildung ab?

Um bei uns in Riedelbach das Segelfliegen zu lernen, wird man Mitglied im SFC Riedelbach. Bei Minderjährigen ist natürlich die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Die Ausbildung ist in drei Abschnitte A, B, und C eingeteilt.

Ausbildungsabschnitt A

ausbildungUnsere Ehrenamtlichen Fluglehrer bilden Sie zum Piloten für Segelflugzeuge, aber auch Motorsegler aus.

Die theoretische und praktische Ausbildung können ambitionierte Mitglieder innerhalb von 2 Jahren abschließen. Typische Dauer ist etwa 2-3 Jahre. Die Ausbildung erfolgt mit einem unserer Fluglehrer im Doppelsitzer. Sie als Flugschüler sitzen vorn, der Lehrer hinten.

Nachdem Sie gelernt haben, wie man startet, eine Platzrunde fliegt und wieder sicher landet und Sie gezeigt haben, dass Sie das Flugzeug auch dann sicher beherrschen, wenn beim Start das Windenseil reißt, steht das erste große Ereignis in der Fliegerei bevor: Ihr erster Alleinflug!

Bis dahin braucht man etwa 40 bis 50 Starts mit Lehrer. Flugschüler, die das Schulungsangebot intensiv nutzen, können bereits nach zwei Monaten zu ihrem ersten Alleinflug starten und damit die "A-Prüfung" -eine weiße Schwinge auf blauem Grund- machen.

Ausbildungsabschnitt B

Danach machen Sie weiter Flüge im Doppelsitzer und erweitern Ihre Fähigkeiten, das heißt Sie üben Flugfiguren wie Kreiswechsel und Schnellflug abwechselnd mit Fluglehrer und dann alleine. Meist lernen Sie in dieser Phase auch ein zweites Flugzeugmuster, einen Einsitzer, kennen und machen schon längere Flüge alleine am Platz. Abgeschlossen wird der Abschnitt mit der B-Prüfung, in der Sie alleine, unter Aufsicht des Fluglehrers am Boden, ein gewünschtes Programm fliegen.

Ausbildungsabschnitt C

Ausbildung ASK21Nun beginnt der letzte Ausbildungsabschnitt, dieser beinhaltet weitere Techniken wie z.B. den "Slip" der genutzt wird um ohne Bremsklappen schnell Höhe abzubauen, vor allem aber soll das Thermikfliegen erlernt und gefestigt werden, das heißt Sie lernen das Flugzeug über Stunden nur durch die natürlichen Aufwinde in der Luft zu halten.

Abschließend legen Sie die C-Prüfung ab, indem Sie, ähnlich wie bei der B-Prüfung, demonstrieren, dass Sie die gelernten Flugmanöver beherrschen. Später folgen dann Dauerflüge bis 5 Stunden, Höhengewinne von mehr als 1000 Meter sowie kleinere Streckenflüge in Sichtweite des Flugplatzes. Höhepunkt dieses Ausbildungsabschnittes ist ein Streckenflug über 50 km, der auf einem anderen Flugplatz endet - oder auf einem Acker. Aber auch darauf bereiten wir Sie gründlich vor.

Theoretische Ausbildung

Neben der praktischen Ausbildung, gibt es auch noch eine Theoretische Ausbildung. Diese findet sowohl schon während der praktischen Ausbildung, als auch in den Wintermonaten statt. Der Hauptteil fällt dabei auf die Wintermonate. Die theoretische Ausbildung erfolgt in den Fächern Technik und Aerodynamik, Meteorologie, Luftrecht, Navigation, Menschliches Leistungsvermögen, Verhalten in besonderen Fällen und Motorkunde (der Segelflugschein kann zu einem Motorflugschein erweitert werden). Der Unterricht findet in der Regel jedes Wochenende statt und wird von erfahrenen Fluglehrern aus verschiedenen Vereinen aus der Umgebung gehalten. Am Ende der theoretischen Ausbildung steht die Theorieprüfung an, die Vorraussetzung für den Abschluss der Praktischen Prüfung ist.

theorieZusätzlich zur Theorie kommt noch das sogenannte BZF hinzu. Dies ist das Sprechfunkzeugnis für den Flugfunk. Die Ausbildung erfolgt an 2 Wochenenden in einem Lehrgang und beinhaltet sowohl einen theoretischen Teil, als auch die Einweisung in die praktischen Verfahren im Flugfunk. Auch für das BZF wird eine Prüfung abgelegt. Das BZF kann man auf Deutsch oder zusätzlich auf Englisch machen.

Wurde dieser Teil der Ausbildung abgeschlossen, beginnt der Letzte Teil der Ausbildung. Der Flugschüler oder die Flugschülerin wird nun auf die Prüfung vorbereitet und erlernt das Streckenfliegen und Navigieren auf Überlandflügen.

Ist die Ausbildung beendet, kommt ein Prüfer auf den Flugplatz, der zusammen mit dem Prüfling drei Prüfungsflüge macht. Dabei werden die erlernten Fähigkeiten geprüft. Besteht der Prüfling, darf er ab jetzt ohne Aufsicht von Fluglehrern fliegen und Überlandflüge durchführen. Nun dürfen auch die Anspruchsvolleren Flugzeuge geflogen werden.

Und was kostet das?

Die größte Hürde stellt sicher die Aufnahmegebühr dar. Man muss jedoch bedenken, das man sich damit als Mitglied in ein nicht unerhebliches Vereinsvermögen, gegenwärtig bestehend aus sieben Segelflugzeugen und einem Motorsegler sowie Infrastruktur in Form von Flugzeughallen, Werkstätten, einem Clubheim, Fahrzeugen etc. einkauft. Die Aufnahmegebühr von 930 Euro für Erwachsene bzw. 360 Euro für Jugendliche wird jedoch nicht auf einen Schlag fällig, sondern kann auf drei Jahre verteilt werden.

Ansonsten gibt es einen Jahresbeitrag sowie Start- und Fluggebühren. Die Details finden sich in der jeweiligen Gebührenordnung des SFC Riedelbach. Um es etwas übersichtlicher zu machen, hier mal eine beispielhafte Berechnung der Jahreskosten nach der gegenwärtig gültigen Gebührenordnung für einen jugendlichen Flugschüler.

 

Jahresbeitrag und Segelflugpauschale: 180 Euro
80 Starts a 3,75 Euro: 300 Euro
10 Std. Flugzeit auf dem Schuldoppelsitzer (ASK 21): 48 Euro
Summe: 528 Euro

 

Die Jahreskosten für den jugendlichen Flugschüler bleiben somit unter 50 Euro im Monat. Es gibt teurere Sportarten.

Da wir einen Großteil der anfallenden Arbeiten von der Geländepflege bis hin zur Wartung der Flugzeuge in Eigenleistung durchführen, ist es neben dem finanziellen Engagement auch erforderlich, das sich jedes Mitglied mit etwas Arbeitsleistung einbringt. Je nachdem wie viel man fliegt, liegt die Anzahl der zu leistenden Arbeitsstunden zwischen 35 und 45 Stunden pro Saison. Da hier ein weiter Bereich abgedeckt wird (Gelände, Gebäude, Fahrzeuge, Flugzeuge und administrative Tätigkeiten) findet sich eigentlich für jede Interessenlage auch eine entsprechende Tätigkeit.

Sollten Sie Interesse an der Ausbildung haben, finden sie hier einige wichtige Dokumente rund um die Ausbildung. Oder besuchen Sie uns in Riedelbach. Gerne beantworten wir vor Ort Ihre Fragen.